Berichte betroffener Eltern: Finn13. Oktober 2000, 4 Monate nach Finns und Jules Geburt, soll Finn endlich aus dem Krankenhaus entlassen werden. Große Freude, Erleichterung,... nein überwiegend Furcht vor dem, was auf uns zukommt. Es ist zuviel passiert. Unsere Tochter Jule hat es nicht geschafft. Sie starb 9 Tage nach Ihrer Geburt. Was mussten wir ertragen... Finn hat eine schwere bronchopulmonale Dysplasie (BPD), Sauerstoffbedarf, Überwachungsmonitor, Magensonde, aber er darf zu uns nach Hause. Schon im Krankenhaus lernen wir eine Schwester der Häuslichen Kinderkrankenpflege kennen und gleich am ersten Tag zu Hause ist sie auch da. Die ersten Wochen jeden Tag. Dieser Hausbesuch war das Verlässlichste in diesen Tagen. Manchmal, wenn Finn sich die Magensonde zog, kam eine Schwester auch ein zweites Mal am Tag. Die Schwestern hatten immer ein offenes Ohr und ein offenes Herz. Unsere Überforderung wich, dank der Betreuung, langsam aber stetig einer Sicherheit und dem Glauben, dass wir es alle gemeinsam schaffen könnten. Die Schwestern kamen bald nur noch alle 2-3 Tage, später, als Finn keine Magensonde mehr brauchte und nur noch manchmal nachts Sauerstoffbedarf hatte, gab es wöchentlich nur noch einen Besuch. Im April 2002 hatten wir den letzten Hausbesuch und ich verabschiedete mich damals von Frau Ciolek mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Schaffen wir es jetzt allein? Heute wird Finn 3 Jahre alt und er hat es geschafft. Finn, mein Mann Peter und ich werden die Hilfe der Häuslichen Kinderkrankenpflege nie vergessen und wünschen den Schwestern weiterhin soviel Energie, um möglichst vielen Kindern den Weg ins Leben zu erleichtern. Martina Kunzendorf |