Kinderärztin Irene GörtitzOberärztin der Kinderkrebsstation am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) und Vorstandsmitglied der Häuslichen Kinderkrankenpflege Hamburg e.V. Im Rahmen meiner ärztlichen Tätigkeit im Kinderkrankenhaus habe ich die Zusammenarbeit mit der „Häuslichen Kinderkrankenpflege“ sehr schätzen gelernt. Sie ist zum unverzichtbaren Bestandteil in der Versorgung von krebskranken Kindern geworden. Ohne den engagierten Einsatz der ambulanten Schwestern und Pfleger wäre der Krankenhausaufenthalt für viele Kinder deutlich länger – auch für die Krankenkassen ein wichtiges Argument bei der Finanzierung. Die Indikation für den Einsatz bei krebskranken Kindern reicht von der Anleitung der Eltern zur Pflege eines zentralvenösen Katheters über die exakte Beurteilung von Veränderungen im Krankheitsbild bis hin zur Versorgung von Kindern mit schweren Ernährungsstörungen, die als Folge der Chemotherapie auftreten könnnen. So ist es mit Hilfe von Infusionsbehandlungen möglich, Kinder trotz Mangelernährung zu entlassen. Einen wesentlichen Schwerpunkt der Arbeit bildet die Begleitung sterbender Kinder und deren Familien. Hier rückt die enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt in den Vordergrund. Eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit des Arztes für die Pflegekräfte, aber auch der Schwestern und Pfleger für die Familien wird notwendig, um ganz kurzfristig auf den Patienten reagieren zu können, z.B. um Schmerztherapie anpassen zu können. In ärztlichen Hausbesuchen können so Probleme vor Ort mit den Pflegekräften besprochen werden. Durch diesen Einsatz der "Häuslichen Kinderkrankenpflege", der oft weit über das von den Kassen genehmigte Zeitlimit hinaus geht – und darum nur mit Spenden finanziert werden kann – konnten schon viele kleine Patienten auch mit umfangreichen medizinischen Versorgungen zu Hause im Kreise ihrer Familien friedlich sterben. |