Zu Hause ist es am schönsten...

Kinder, auch kranke Kinder, fühlen sich zu Hause am wohlsten. Hier können sie sich verwöhnen lassen, mit Geschwistern und Freunden spielen und für Momente ihre Krankheit vergessen.

"Ein Kind im Krankenhaus und ein zweites oder drittes zu Hause, das ist für ein Familienleben der Supergau...", sagte einmal Nils Mutter.

Mütter werden häufig mit in die Kinderklinik aufgenommen, Väter haben bald keinen Urlaub mehr und Geschwisterkinder müssen anderweitig untergebracht werden. Eine Zerreißprobe für jede Familie, vor allen Dingen bei längeren Krankenhausaufenthalten.

Lässt es sich aus ärztlicher Sicht verantworten, können mit Unterstützung der Häuslichen Kinderkrankenpflege viele therapeutische Maßnahmen zu Hause durchgeführt werden. Kinder können so vorzeitig entlassen werden oder müssen erst gar nicht ins Krankenhaus.

Anleitung der Eltern

Eltern werden schon in der Klinik in der Pflege ihres Kindes angeleitet. Manchmal benötigt die Familie aber auch zu Hause Unterstützung. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist es, die Pflegekompetenz der Eltern zu stärken, so dass sie ihr Kind auf Dauer selbstständig und fachgerecht zu Hause versorgen können. Wichtig ist auch die Integration der Erkrankung in den Alltag. Gerade chronisch kranke Kinder und deren Familien können lernen, zu einem möglichst normalen Familienleben zurückzufinden. Auch Kontakte zu anderen betroffenen Familien und Selbsthilfegruppen können hilfreich sein.

Betreuung schwerstkranker Kinder

Für schwerstkranke Kinder besteht die Möglichkeit, zu Hause versorgt zu werden. Eltern geraten durch die Erkrankung ihres schwerkranken Kindes häufig in eine für die gesamte Familie nicht mehr tragbare Situation. Die Pflege kann so intensiv werden, dass sie nicht mehr allein von den Eltern bewältigt werden kann. In diesem Fall wird eine tägliche, mehrstündige Versorgung des Kindes übernommen.

Immer wieder ist es beeindruckend, wie Familien das Schicksal ihres kranken Kindes annehmen und das Leben für ihr Kind, seine Geschwister und sich so harmonisch wie möglich gestalten.

Betreuung und Begleitung sterbender Kinder und deren Familien (Palliativpflege)

Wenn alle therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und ein Kind nur noch eine begrenzte Zeit zu leben hat, besteht die Möglichkeit, diese Zeit in der vertrauten Umgebung zu verbringen. Hier steht der Gedanke im Vordergrund, die verbleibende gemeinsame Zeit zu nutzen. Viele Familien haben auch gerade in dieser Phase regen Kontakt zu Verwandten und Freunden und trotz aller Traurigkeit wird viel erzählt, gespielt und gelacht.

In enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Kinderärzten übernimmt die Häusliche Kinderkrankenpflege individuelle Schmerztherapie und alle weiteren notwendigen therapeutischen Maßnahmen. Eine weitere wichtige Aufgabe sind die begleitenden Gespräche mit dem kranken Kind, seinen Eltern und Geschwistern. Die betroffenen Familien gehen sehr unterschiedlich mit dem Thema Tod und Sterben um.

Wir nehmen uns Zeit – Zeit zum Zuhören, zum Trösten und Eltern darin zu bestärken, ganz nach ihren Wünschen und Vorstellungen für ihr Kind da zu sein.

Wir sind für kranke Kinder da

Diese manchmal nicht leichte Aufgabe ist trotz der einzelnen Schicksale der Familien auch eine große Bereicherung für uns. Kinder werden gesund, Kinder lernen mit ihrer Erkrankung zu leben und Familien schaffen es, ihre begrenzte gemeinsame Zeit zu nutzen.